Petition „Flexible Ladenöffnungszeiten in München“ gestartet

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Mit einer Petition, die an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) adressiert ist, sollen die Ladenöffnungszeiten endlich liberalisiert werden. In Bayern gibt es eine der weltweit strengsten Regelungen – ab 20 Uhr geht nichts mehr. Es bleibt nur der Tankstellenshop mit den überteuerten Preisen, in dem man inzwischen gnädigerweise sogar dann wieder einkaufen darf, wenn man nicht per Auto anrollt und beweisen kann, dass man auf einer Fernreise ist.

Da die Ladenöffnungszeiten Ländersache sind, ergibt eine Petition für München auf den ersten Blick keinen großen Sinn. Allerdings kann es nicht schaden, wenn Bewegung in die Sache kommt und Dieter Reiter dazu animiert wird, sich für eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten einzusetzen. Ein geändertes Gesetz würde dann aber für ganz Bayern gelten.

Zur Petition „Flexible Ladenöffnungszeiten in München“

Sonntagsverkauf am Königsee: Ladeninhaber wehren sich gegen angeordnete Einschränkungen

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Königsee
Der Königsee ist zweifellos einer der schönsten Seen in Deutschland, vielleicht sogar weltweit. Doch in Schönau am Königsee gibt es Ärger. Hier schlägt nicht etwa die Natur zurück, sondern die Behörde. Foto: Sergiu Bacioiu / Lizenz siehe: flickr

Bürokraten verbringen das Kunststück, keinen Humor zu haben, aber dennoch als Außenwirkung den Eindruck zu erwecken, dass sie einen solchen produzieren. Im bayerischen Schönau am herrlichen Königsee haben sie zugeschlagen. Dort verkaufen Läden an Sonntagen neben Souvenirs seit Jahrzehnten nicht nur zugelassene „ortskennzeichnende“ Artikel, sondern ein bisschen mehr. Man traut es sich kaum auszusprechen, sogar Sportartikel und Landhausmode wurden am Tag des Herrn schon verkauft. Erlaubt sind aber nur Souvenirs, Getränke (selbstverständlich nur alkoholfreie) sowie Bademoden und -artikel. Sieben Ladeninhaber wurden nun vom Landratsamt auf die Rechtslage hingewiesen. Das berichtet der Dorfkramer Activist Blog. Ein Ladeninhaber wehrt sich mit einer makaberen Aktion und hat einen Sarg vor dem Laden aufgestellt. Zudem werden Unterschriften gegen die Entscheidung des Landratamts gesammelt. Das Landratsamt bezeichnete die Sargaktion als „unsäglich“.

Natürlich liegt die Schuld jetzt nicht immer ausschließlich bei den Behörden. Diese versuchen meist nur mehr oder oder weniger gekonnt, die Rechtslage umzusetzen. Im Rahmen der Rechtslage sollte man aber nach Lösungen suchen oder über Jahrzehnte ausgeübte Praktiken, die keinen stören und niemandem schaden, einfach dulden. Nichtsdestotrotz ist Zeit für ein liberales Ladenöffnungsgesetz. Lasst doch zumindest die Ladeninhaber in Urlaubsgebieten an Sonn- und Feiertagen ihr gesamtes Sortiment verkaufen. Es ist grotesk, dass das Personal ohnehin vor Ort ist und den Kunden sagen muss, dass sie den gewünschten Sportartikel zwar im Laden hätten, der Kunde aber morgen noch mal kommen müsse, um ihn zu kaufen. Bei einem Tagestouristen eine eher schlechte Lösung. Wer soll eigentlich durch das Gesetz geschützt werden? Es ist das Personal. An sich ist dies gut gemeint. Aber in Urlaubsgebieten (und nicht nur dort) wird nun mal Personal selbst an Sonn- und Feiertagen gebraucht. Diesem nun zum eigenen Schutz den Verkauf bestimmter Artikel zu verbieten, ist ein Akt aus dem Toll(kauf)haus. Man kann (fast) darüber lachen, womit wir wieder beim unfreiwilligen Humor von Bürokraten sind.

Seehofer: Ladenschluss bleibt wie er ist

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Auch nach der erfolgreichen gestrigen Shopping-Nacht in München ist keine Abschaffung der Gängelung der Ladenbesitzer in Sicht. Ein Mann – ein Wort, der Ministerpräsident und CSU-Boss entscheidet offenbar alleine.

Die FDP strebt noch einmal Gespräche in puncto Ladenschlussliberalisierung an, aber Seehofer will nicht. Bayern muss jetzt hoffen, dass der nächste bayerische Ministerpräsident und CSU-Boss (weil die CSU immer an der Macht sein wird) eine liberalere Position hat. Aber Seehofer wird noch ein Weilchen an der Macht bleiben. Vielleicht tut sich ja mal in 10 oder 20 Jahren was…

Quelle für Ladenschluss-Position von Horst Seehofer – hier klicken

Will nicht, dass mündige Bürger noch um 20:01 in Bayern einkaufen können: Horst Seehofer (CSU). Foto: J. Patrick Fischer, Quelle: Wikipedia, Lizenz: GNU Free Documentation License (für Details siehe hier)

Zweite Münchner Shopping Nacht großer Erfolg

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Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung war die zweite Shopping Nacht gestern Nacht ein großer Erfolg, wenngleich die 200.000 Besucher vom Vorjahr wohl nicht erreicht wurden.

Leider steht Oberbürgermeister Christian Ude zwar hinter der Shopping Nacht, will es aber bei einer einzigen Veranstaltung pro Jahr belassen. Er möchte wohl auch keine Diskussion über eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Ude sagte wörtlich:

Statt einen gesellschaftlichen Konflikt über die Ladenöffnungszeiten loszutreten, sollten sich die Organisatoren darum bemühen, die Shopping-Nacht zu einem singulären tollen Ereignis zu machen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 214, Samstag, den 13. September 2008, Seite 56 (Stadtausgabe)

Einkaufsstress (Archivfoto) © Gerd Altmann (geralt) / Pixelio

Kommentar: Ob eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten wirklich einen gesellschaftlichen Konflikt auslösen würde, erscheint fraglich. Ist es nicht eher so, dass eine weitgehende Aufhebung des Ladenschlussgesetzes die Bedürfnisse der Gesellschaft widerspiegeln und ihr entgegenkommen würde? Warum darf in Bayern nicht das das sein, was in anderen Bundesländern und Staaten einwandfrei funktioniert?

Shopping Nacht: MVG und S-Bahn verstärken ihr Angebot

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Dazu wurde folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Shopping-Nacht am 12. September: MVG und S-Bahn verstärken ihr Angebot, Freifahrt für Geburtstagskinder

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die S-Bahn München unterstützen die 2. Kult(ur-) und Shopping-Nacht in der Münchner Innenstadt am Freitag, 12. September 2008. Beide Unternehmen erweitern abends ihre Kapazitäten, damit Besucher bequem und zuverlässig mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Innenstadt und wieder nach Hause kommen. Auf Geburtstagskinder wartet ein ganz besonderes Schmankerl: Sie dürfen die S-Bahn und die Verkehrsmittel der MVG am 12. September kostenlos nutzen.

(München, 4. September 2008)

Zur Shopping-Nacht setzt die MVG mit Ausnahme der U4 auf allen U-Bahnlinien Langzüge ein, um das Platzangebot bedarfsgerecht zu erweitern. Auch auf der Tramlinie 19 kommen teilweise größere Fahrzeuge zum Einsatz als abends üblich. Die Ersatzbusse 120 und 121 (Schienenersatzverkehr für die Tramlinien 20/21) fahren im Spätverkehr öfter als sonst: Der 10-Minuten-Takt zwischen Karlsplatz (Stachus), Westfriedhof und Moosach wird bis ca. 1 Uhr verlängert.
Die S-Bahn München wird in diesem Jahr anlässlich der Shopping-Nacht zusätzliche Pendel-S-Bahnen auf der Stammstrecke einsetzen. Diese zusätzlichen S-Bahnen verkehren zwischen ca. 19.30 und 1.40 Uhr auf der Strecke Pasing – Ostbahnhof – Pasing. Insgesamt bietet die S-Bahn München mit 34 zusätzlichen Fahrten somit ein attraktives Angebot und deutlich erhöhte Sitzplatzkapazitäten.
Passend zum Münchner Stadtjubiläum dauert das Rahmenprogramm der Shopping-Nacht in diesem Jahr exakt 850 Minuten – und beschert Geburtstagskindern ein ganz besonders Schmankerl: Auf Initiative von CityPartnerMünchen e.V. bieten MVG und S-Bahn eine Freifahrt für Geburtstagskinder an. Das heißt: Wer am 12. September Geburtstag hat, kann die S-Bahnzüge und alle Verkehrsmittel der MVG (U-Bahn, Tram und städtische Busse) am 12. September 2008 kostenlos nutzen (bis maximal 6 Uhr des Folgetages). Als Fahrausweis genügt an diesem Tag ein amtliches Dokument wie Personalausweis oder Führerschein, das das Geburtsdatum 12. September eindeutig erkennen lässt.

2. Shopping Nacht in der Münchner City

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Nach der äußerst erfolgreichen  Shopping Nacht im letzten Jahr findet in diesem Jahr am 12. September eine Neuauflage statt. Unter dem Titel „Shoppen bis Mitternacht und mit der S-Bahn nach Hause“ veröffentlicht die Deutsche Bahn folgende Meldung:

Shoppen bis Mitternacht: Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr mit über 200.000 Besuchern, findet am Freitag, den 12. September  2008 die 2. Shopping Nacht in der Münchner City statt. Die Geschäfte in der Innenstadt haben dann bis 24 Uhr geöffnet.

Taktverdichtung

Für die Besucher und die Angestellten der Unternehmen bietet die S-Bahn weitere Taktverdichtungen und mehr Sitzplätze an. Zwischen ca. 19.30 und 1.40 Uhr bietet die S-Bahn München insgesamt 34 zusätzliche Verbindungen auf der Strecke Pasing – Ostbahnhof – Pasing an und erhöht die Kapazitäten und das S-Bahnangebot auf der Stammstrecke. „Mit unserem Zusatzprogramm tragen wir dazu bei, dass die Besucher und Beschäftigten nach der Münchner-City-Night bequem nach Hause kommen“, so Münchens S-Bahn-Chef Michael Wuth. Auch für noch spätere Heimfahrten hat die S-Bahn eine Lösung: die Nachtschwärmerzüge. Zwischen 2.00 Uhr und 3.00 Uhr fahren in alle Richtungen nochmals S- Bahnen bis zu den Linienendpunkten.

Die Shopping Nacht im letzten Jahr hat gezeigt, dass das Einkaufen am späten Abend in der Münchner City sehr wohl funktionieren würde. Leider ist dies ja kein Testlauf für ein längst überfälliges neues bayersiches Ladenschlussgesetz, sondern es wird voraussichtlich bei einer einmal im Jahr stattfindenden Aktion bleiben. Dieses Jahr wollte man ja den Münchnern nicht mal zur 850-Jahr-Feier eine zweite Shopping Nacht erlauben. Vielleicht dürfen die Münchner zur 1.000-Jahr-Feier dann zweimal im Jahr länger einkaufen. Warum geht das, was in Berlin jeden Werktag funktioniert, in München nicht?