Sonntagsverkauf am Königsee: Ladeninhaber wehren sich gegen angeordnete Einschränkungen

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Königsee
Der Königsee ist zweifellos einer der schönsten Seen in Deutschland, vielleicht sogar weltweit. Doch in Schönau am Königsee gibt es Ärger. Hier schlägt nicht etwa die Natur zurück, sondern die Behörde. Foto: Sergiu Bacioiu / Lizenz siehe: flickr

Bürokraten verbringen das Kunststück, keinen Humor zu haben, aber dennoch als Außenwirkung den Eindruck zu erwecken, dass sie einen solchen produzieren. Im bayerischen Schönau am herrlichen Königsee haben sie zugeschlagen. Dort verkaufen Läden an Sonntagen neben Souvenirs seit Jahrzehnten nicht nur zugelassene „ortskennzeichnende“ Artikel, sondern ein bisschen mehr. Man traut es sich kaum auszusprechen, sogar Sportartikel und Landhausmode wurden am Tag des Herrn schon verkauft. Erlaubt sind aber nur Souvenirs, Getränke (selbstverständlich nur alkoholfreie) sowie Bademoden und -artikel. Sieben Ladeninhaber wurden nun vom Landratsamt auf die Rechtslage hingewiesen. Das berichtet der Dorfkramer Activist Blog. Ein Ladeninhaber wehrt sich mit einer makaberen Aktion und hat einen Sarg vor dem Laden aufgestellt. Zudem werden Unterschriften gegen die Entscheidung des Landratamts gesammelt. Das Landratsamt bezeichnete die Sargaktion als „unsäglich“.

Natürlich liegt die Schuld jetzt nicht immer ausschließlich bei den Behörden. Diese versuchen meist nur mehr oder oder weniger gekonnt, die Rechtslage umzusetzen. Im Rahmen der Rechtslage sollte man aber nach Lösungen suchen oder über Jahrzehnte ausgeübte Praktiken, die keinen stören und niemandem schaden, einfach dulden. Nichtsdestotrotz ist Zeit für ein liberales Ladenöffnungsgesetz. Lasst doch zumindest die Ladeninhaber in Urlaubsgebieten an Sonn- und Feiertagen ihr gesamtes Sortiment verkaufen. Es ist grotesk, dass das Personal ohnehin vor Ort ist und den Kunden sagen muss, dass sie den gewünschten Sportartikel zwar im Laden hätten, der Kunde aber morgen noch mal kommen müsse, um ihn zu kaufen. Bei einem Tagestouristen eine eher schlechte Lösung. Wer soll eigentlich durch das Gesetz geschützt werden? Es ist das Personal. An sich ist dies gut gemeint. Aber in Urlaubsgebieten (und nicht nur dort) wird nun mal Personal selbst an Sonn- und Feiertagen gebraucht. Diesem nun zum eigenen Schutz den Verkauf bestimmter Artikel zu verbieten, ist ein Akt aus dem Toll(kauf)haus. Man kann (fast) darüber lachen, womit wir wieder beim unfreiwilligen Humor von Bürokraten sind.

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