Keine Andenken am Sonntag – München ist konservativer als Bayern

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Münchens Souvenirhändler bekommen keine Ausnahme an Sonntagen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Läden bleiben zu. Auch für einen einmaligen Sonntagsverkauf anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Fußgängerzone 2012 sieht es schlecht aus (auch das dürfte niemand wundern). Die CSU will gar nichts dazu sagen, alle anderen Parteien mit Ausnahme der FDP sind dagegen. Besonders stark gegen jegliche Änderungen am Ladenschluss kämpft die Linkspartei, für die mich mich an dieser Stelle für die freundliche Entscheidungshilfe bedanken möchte. Sollten aus aktuellen Gründen meine favorisierten Parteien bei einer Wahl nicht infrage kommen, weiß ich, dass ich die Linkspartei dann auch nicht in die engere Auswahl nehmen werde.

Wie konservativ ist eigentlich München? Es gibt so viele Leute, die am Sonntag arbeiten, das vielleicht auch möchten. Warum erlaubt man es nicht den Souvenirhändlern, zu öffnen? Das würde doch dem Tourismus nur zugute kommen. Oft sind es kleine Läden, die vermutlich Familienbetriebe darstellen. Eine Störung der Sonntagsruhe findet nicht statt. Der Schnellimbiss am Eck wirkt der Sonntagsruhe wohl mehr entgegen. Das Problem ist, wenn die Gäste am Sonntag keine Souvenirs kaufen können, dann holen sie es auch nicht am Montag nach, wenn sie Montag in aller Früh abreisen. Konsequenterweise sollte man dann in Zukunft auch die Wiesn am heiligen Sonntag schließen.

Fast keiner fordert, auch ich nicht, dass die meisten Läden am Sonntag geöffnet haben sollten. Aber eine so strenge Auslegung ist auch einem Großdorf wie München nicht würdig. Warum muss der Ladenschluss in Bayern strenger als im Vatikanstaat sein? Warum ist München die einzige Millionenstadt in Deutschland, wo man Werktags nur bis 20 Uhr einkaufen kann? Warum redet man überhaupt von einem lächerlichen verkaufsoffenen Sonntag 2012 in der Fußgängerzone? Es könnte doch sein, dass Bayern 2012 längst einen liberalisierten Ladenschluss hat. Nein, kann eigentlich nicht sein.

Münchens Einzelhändler wollen mehr Shopping-Nächte – doch Seehofer blockt ab

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Horst Seehofer will nicht – Foto: loonsche / Lizenz siehe: flickr

Münchens Einzelhändler wollen mehr als nur eine Shopping-Nacht im Jahr. In Zukunft solle keine Genehmigung mehr erforderlich sein, sondern nur noch das Anzeigen des Events, fordern sie. Doch Seehofer sagte vieldeutig, aber nicht gerade zustimmend wörtlich: „Mit den Events, das ist auch so eine Sache, bei der ich sehr, sehr zurückhaltend bin.“

Bei einer generellen Verlängerung der Ladenöffnungszeiten wird Seehofer aber nun so richtig deutlich. Der bayerische Landesvater sagte wörtlich: „Ich kann mir mit einer Regierung unter meiner Führung keine Änderung des Ladenschlusses vorstellen.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 22.01.2010, Seite 40, Stadtausgabe

Kommentar: Da Seehofer sicher noch viele Jahre im Amt ist, werden vielleicht die meisten von uns in Bayern keine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten mehr erleben. In Sachsen will man den werktäglichen Ladenschluss von 22 Uhr aufheben und die Öffnungszeiten freigeben, und im Saarland wackelt die 20 Uhr-Regelung. Inzwischen haben ohnehin fast alle Bundesländer werktags überhaupt keine Beschränkungen mehr (Rheinland-Pfalz ist hier eine Ausnahme, aber erlaubt immerhin eine Öffnung bis 22 Uhr). Nur in Bayern passiert nichts. Viele werden zwar auch Vorzüge in der 20-Uhr-Regelung sehen, aber man sollte zumindest mal aufräumen und entbürokratisieren, denn im Ladenschlussgesetz gibt es einige Widersprüche und Ungereimtheiten. So wie ich Seehofer verstehe, sagt er „Wehret den Anfängen“, sodass auch eine Freigabe der Ladenöffnungszeiten im ZOB nicht zu erwarten ist, da dort nur Busse halten und keine Bahnen und die S-Bahnstation Hackerbrücke zwar vor der Haustüre ist, aber leider ein paar Meter fünfzig zu weit weg ist. Da wiehert der Amtsschimmel.

Zweite Münchner Shopping Nacht großer Erfolg

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Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung war die zweite Shopping Nacht gestern Nacht ein großer Erfolg, wenngleich die 200.000 Besucher vom Vorjahr wohl nicht erreicht wurden.

Leider steht Oberbürgermeister Christian Ude zwar hinter der Shopping Nacht, will es aber bei einer einzigen Veranstaltung pro Jahr belassen. Er möchte wohl auch keine Diskussion über eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Ude sagte wörtlich:

Statt einen gesellschaftlichen Konflikt über die Ladenöffnungszeiten loszutreten, sollten sich die Organisatoren darum bemühen, die Shopping-Nacht zu einem singulären tollen Ereignis zu machen.

Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr. 214, Samstag, den 13. September 2008, Seite 56 (Stadtausgabe)

Einkaufsstress (Archivfoto) © Gerd Altmann (geralt) / Pixelio

Kommentar: Ob eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten wirklich einen gesellschaftlichen Konflikt auslösen würde, erscheint fraglich. Ist es nicht eher so, dass eine weitgehende Aufhebung des Ladenschlussgesetzes die Bedürfnisse der Gesellschaft widerspiegeln und ihr entgegenkommen würde? Warum darf in Bayern nicht das das sein, was in anderen Bundesländern und Staaten einwandfrei funktioniert?

Shopping Nacht: MVG und S-Bahn verstärken ihr Angebot

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Dazu wurde folgende Pressemitteilung herausgegeben:

Shopping-Nacht am 12. September: MVG und S-Bahn verstärken ihr Angebot, Freifahrt für Geburtstagskinder

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die S-Bahn München unterstützen die 2. Kult(ur-) und Shopping-Nacht in der Münchner Innenstadt am Freitag, 12. September 2008. Beide Unternehmen erweitern abends ihre Kapazitäten, damit Besucher bequem und zuverlässig mit öffentlichen Verkehrsmitteln in der Innenstadt und wieder nach Hause kommen. Auf Geburtstagskinder wartet ein ganz besonderes Schmankerl: Sie dürfen die S-Bahn und die Verkehrsmittel der MVG am 12. September kostenlos nutzen.

(München, 4. September 2008)

Zur Shopping-Nacht setzt die MVG mit Ausnahme der U4 auf allen U-Bahnlinien Langzüge ein, um das Platzangebot bedarfsgerecht zu erweitern. Auch auf der Tramlinie 19 kommen teilweise größere Fahrzeuge zum Einsatz als abends üblich. Die Ersatzbusse 120 und 121 (Schienenersatzverkehr für die Tramlinien 20/21) fahren im Spätverkehr öfter als sonst: Der 10-Minuten-Takt zwischen Karlsplatz (Stachus), Westfriedhof und Moosach wird bis ca. 1 Uhr verlängert.
Die S-Bahn München wird in diesem Jahr anlässlich der Shopping-Nacht zusätzliche Pendel-S-Bahnen auf der Stammstrecke einsetzen. Diese zusätzlichen S-Bahnen verkehren zwischen ca. 19.30 und 1.40 Uhr auf der Strecke Pasing – Ostbahnhof – Pasing. Insgesamt bietet die S-Bahn München mit 34 zusätzlichen Fahrten somit ein attraktives Angebot und deutlich erhöhte Sitzplatzkapazitäten.
Passend zum Münchner Stadtjubiläum dauert das Rahmenprogramm der Shopping-Nacht in diesem Jahr exakt 850 Minuten – und beschert Geburtstagskindern ein ganz besonders Schmankerl: Auf Initiative von CityPartnerMünchen e.V. bieten MVG und S-Bahn eine Freifahrt für Geburtstagskinder an. Das heißt: Wer am 12. September Geburtstag hat, kann die S-Bahnzüge und alle Verkehrsmittel der MVG (U-Bahn, Tram und städtische Busse) am 12. September 2008 kostenlos nutzen (bis maximal 6 Uhr des Folgetages). Als Fahrausweis genügt an diesem Tag ein amtliches Dokument wie Personalausweis oder Führerschein, das das Geburtsdatum 12. September eindeutig erkennen lässt.

2. Shopping Nacht in der Münchner City

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Nach der äußerst erfolgreichen  Shopping Nacht im letzten Jahr findet in diesem Jahr am 12. September eine Neuauflage statt. Unter dem Titel „Shoppen bis Mitternacht und mit der S-Bahn nach Hause“ veröffentlicht die Deutsche Bahn folgende Meldung:

Shoppen bis Mitternacht: Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr mit über 200.000 Besuchern, findet am Freitag, den 12. September  2008 die 2. Shopping Nacht in der Münchner City statt. Die Geschäfte in der Innenstadt haben dann bis 24 Uhr geöffnet.

Taktverdichtung

Für die Besucher und die Angestellten der Unternehmen bietet die S-Bahn weitere Taktverdichtungen und mehr Sitzplätze an. Zwischen ca. 19.30 und 1.40 Uhr bietet die S-Bahn München insgesamt 34 zusätzliche Verbindungen auf der Strecke Pasing – Ostbahnhof – Pasing an und erhöht die Kapazitäten und das S-Bahnangebot auf der Stammstrecke. „Mit unserem Zusatzprogramm tragen wir dazu bei, dass die Besucher und Beschäftigten nach der Münchner-City-Night bequem nach Hause kommen“, so Münchens S-Bahn-Chef Michael Wuth. Auch für noch spätere Heimfahrten hat die S-Bahn eine Lösung: die Nachtschwärmerzüge. Zwischen 2.00 Uhr und 3.00 Uhr fahren in alle Richtungen nochmals S- Bahnen bis zu den Linienendpunkten.

Die Shopping Nacht im letzten Jahr hat gezeigt, dass das Einkaufen am späten Abend in der Münchner City sehr wohl funktionieren würde. Leider ist dies ja kein Testlauf für ein längst überfälliges neues bayersiches Ladenschlussgesetz, sondern es wird voraussichtlich bei einer einmal im Jahr stattfindenden Aktion bleiben. Dieses Jahr wollte man ja den Münchnern nicht mal zur 850-Jahr-Feier eine zweite Shopping Nacht erlauben. Vielleicht dürfen die Münchner zur 1.000-Jahr-Feier dann zweimal im Jahr länger einkaufen. Warum geht das, was in Berlin jeden Werktag funktioniert, in München nicht?